Donnerstag, 31. März 2011

Viktor und Viktoria (Reinhold Schünzel, 1933)

"Als Reinhold Schünzels musikalische Komödie im Dezember 1933 uraufgeführt wurde, war sie eigentlich schon ein Anachronismus. Ihr wundervoller ironischer Unterton und dieses sich in immer irrwitzigere Höhen steigernde Spiel mit Geschlechterrollen und -Identitäten hatten ihren Ursprung unverkennbar im Kino und im Leben der Weimarer Republik und mussten den neuen Machthabern zumindest suspekt sein. Aber sein Schöpfer, der Schauspieler und Regisseur Reinhold Schünzel, genoss trotz seines jüdischen Glaubens in den ersten Jahren des Dritten Reichs die Gunst Hitlers und konnte mit Sondergenehmigungen weiter für die Ufa arbeiten. Um sich irgendwie über Wasser zu halten, tritt der erfolglose Schauspieler Viktor Hempel in einem Kabarett als „Monsieur Viktoria“ auf. Als er plötzlich keinen Ton mehr herausbringt, bittet er die glücklose Sängerin Susanne Lohr um Hilfe. Sie springt ein und wird zu einer Sensation. Nur gefällt ihr die Rolle des Mannes, der eine Frau imitiert, eigentlich gar nicht. Aber Erfolge fordern nun einmal ihren Tribut, und so verstricken sich die beiden armen Künstler in immer abstruseren Situationen, aus denen sie schließlich nur die Wahrheit und ein erneuter Rollentausch retten können."
(aus: Michael Kohler / Sascha Westphal: "Die 50 besten Filmkomödien ... und die DVDs, die Sie haben müssen", Bertz + Fischer Verlag)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen