Donnerstag, 31. März 2011

Allotria (Willi Forst, 1936)

"Ein vergessener und übersehener Film eines ganz großen, aber vergessenen und übersehenen Kinokünstlers. Für ein paar Jahre, bevor der Anschluss endgültig alle Träume von einem anderen Österreich zunichte machte, war Willi Forst der ungekrönte König des von Musik wie von Weltläufigkeit erfüllten „Wiener Films“. Er konnte sich zwar auch nach 1938 treu bleiben, aber sein Kino wurde unter den Trümmer des Zweiten Weltkriegs begraben und ist bis heute nicht angemessen geborgen worden Selbst bei seinen Ausflügen in die schon ganz von den Nationalsozialisten kontrollierte deutsche Filmindustrie, zu denen auch diese Komödie der Irrungen gehört, hat Willi Forst keinerlei Kompromisse gemacht. Adolf Wohlbrück und Heinz Rühmann sind Philipp und David, zwei beste Freunde, die geschworen haben, sich niemals in die gleiche Frau zu verlieben. Doch dann spielt das Schicksal ihnen einen Streich. Im Vorspann drehen sich die Namen der vier Stars des Films wie ein Karussell immer schneller und schneller im Kreis. So wird es auch Philipp, David und den beiden Frauen ihres Herzens ergehen. Die Liebe spielt Blinde Kuh mit den Menschen, und wenn am Ende doch noch alles gut geht, dann ist das wie in Shakespeares romantischen Komödien eher Zufall, ein vielleicht auch unverdientes Geschenk des Glücks."
(aus: Michael Kohler / Sascha Westphal: "Die 50 besten Filmkomödien ... und die DVDs, die Sie haben müssen", Bertz + Fischer Verlag)

1 Kommentar:

  1. Aha, hat mich meine Nase also nicht getäuscht - der Film befindet sich seit ein paar Wochen auf meinem amazon-Wunschzettel ganz oben.
    Gerade die deutschen Filme, die in die Mühlen der aufkommenden Nazi-Diktatur interessieren mich, denn über die weiss man dank der raschen Brandmarkung der Nachkriegszeit gar nicht viel...

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